1. sind moderne Akkus per se nicht mehr alle „hochgiftig“ (im Gegensatz zu jedem Benzin, Diesel und deren Abgase) und
2. werden schon jetzt gebrauchte E-Mobil-Akkus von Testwagen, Prototypen und Ausstellungsfahrzeugen z.B. für Schnellladestationen (z.B. bei Audi) oder den stationären Einsatz als PV-Speicher (z.B. bei VW) verwendet. Sie sind viel zu teuer zum Wegwerfen und haben gaaanz am Ende ihrer Lebensdauer immer noch eine sehr hohe Recyclingquote von >90%, wenn ich richtig informiert bin.
3. Selbst wenn ein Auto-Akku mit z.B. 50 kW/h Kapazität (und das ist nicht viel, Kleinwagenformat, ich habe z.B. 77 kW/h Nettokapazität) eine Degratation von 25% - 50% (nach x Jahren und Hunderttausenden von gefahrenen Kilometern) aufweist, hat er noch ein Vielfaches an Kapazität eines teuren privaten PV-Speichers, der in D so zw. 5-10 kW/h im Durchschnitt haben dürfte und zw. 6-12.000 € kostet. Darin liegt auch eine große Chance der E-Mobilität, nämlich für ein kostengünstigeres second Life als PV-Speicher zu sorgen.
Zur Verdeutlichung:
Wir haben einen durchschnittlichen nächtlichen Stromverbrauch in einen 2-Familien-Haus (20-8 Uhr) von 7 kW/h. Mein Auto fast netto 77 kW/h, also das elffache. Selbst wenn der Akku total abgenudelt sein sollte, könnte er immer noch jahrelang seinen Dienst als stationärer Akku verrichten und uns die ganze Nacht mit PV-Strom versorgen. Aktuell haben wir noch auf einen PV-Speicher verzichtet, da er sich wirtschaftlich (für uns) nicht darstellen lässt.
Auch kann man als Pendler natürlich auch einen PV-Speicher dazu nutzen, nachts sein Auto zuhause aufzuladen. Dazu bedarf es aber, wie erwähnt, ausreichender Kapazitäten. Außerdem entstehen dabei nachweisbare Ladeverluste, durch das mehrfache Umwandeln von AC und DC. Aber für viele wäre das besser als nix. Ich genieße das Privileg über Mittag zuhause zu sein, was wir immer ca. 8% - 16% grünen Strom vom Dach ermöglicht, während ich Mittagspause habe. Je nach dem, ob ich bewusst mit 5,5 oder 11 kW lade. Das hängt von der jeweiligen PV-Leistung/Sonne ab. Den Rest lade ich dann am Wochenende, wenn’s passt. So habe ich selbst im dicksten Winter noch einen Autarkiegrad von mindestens 15%. Aktuell liegt er an manchen Tagen bei > 80%. Und da ist nicht nur das Auto mit drin, sondern das ganze Haus, Pool usw.
Zur Erinnerung:
Wir haben uns schweren Herzens vom Cherokee getrennt, da der Diesel aufgrund zu vieler Kurzstrecken nicht mehr zu uns gepasst hat. Den Enyaq haben wir dann relativ spontan aber wohlüberlegt bestellt. PV-Anlage, Wallbox usw. traten erst nach der Bestellung (aber vor Auslieferung) in unser Leben, da dadurch das „Paket“ rund geworden ist. Lange vor dem Ukraine-Krieg und der Energiepreisexplosion. Aus unserer Sicht (es sollte halt immer passen) haben wir alles richtig gemacht und sowohl für die Wallbox als auch das Auto die maximale staatliche Förderung kassiert, sowie mehr als 1.500 € Zuschuss unserer Stadt für die PV-Anlage.