Ein SUV Verbot zu fordern ist genau der polemische Mechanismus, wie über "linksgrüne" und "die Presse" herzuziehen.
In "der Presse" sehe ich das Problem sehr differenziert betrachtet. Vielleicht sollte so mancher mal etwas Bildung nachholen um zwischen Artikel, Reportage, Meinung, Glosse und Kommentar zu unterscheiden.
Eine Zeitung, ein Medium, ist nicht mehr als die Summe seiner Autoren.
Du wirst für gewöhnlich, und das macht eine gute Zeitung aus, für einen Standpunkt zwei Journalisten gar Redakteure mit komplett konträrer Meinung haben. Manchmal sogar Richtungen je nach ressort.
Bei der FAZ ist der wirtschaftsteil eher liberal-konservativ aber das Feuilleton links-progressiv, während bei der SZ der Wirtschaftsteil sozial-liberal und das Feuilleton eher konservativ ist.
Polemik und Verallgemeinerung hilft in der Diskussion keinem.
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Es ist schon auffällig wie auf vielen Medien laut und unreflektiert ins gleiche Horn gestoßen wird, schon bei den Diesel / Fahrverbotsgeschichten und nun eben SUVs. Und man merkt, daß die Schreiberlinge zwar eine Meinung, aber oft keine Ahnung haben.
Zum Thema: Es gibt ein berechtigtes Sicherheitsbedürfnis von Fußgängern und in Berlin bin ich häufig eben einer.
Und eine verstopfte Hauptstadt mit zig Fahrrädern und Autos, blech an blech.
Ich kann die Wut auf den Zustand der Verkehrsführung verstehen. Leute wie @p.11 und ich nehmen nicht ohne Grund häufig mal die Öffentlichen. Nur wenn ich mit Kind mehrere Ziele ansteuern oder was transportieren muss, fahre ich noch mit dem Jeep in die inneren Bereiche von Berlin.
Daß viele Innenstädte völlig überlastet sind ist natürlich richtig, hat aber nichts mit SUV zu tun. Die wären genauso überlastet wenn dort nur Teslas rumfahren. Vielleicht sogar noch mehr weil die Ladesäulen suchen ...
Und auch Politiker der regierenden Berliner Linken wissen, daß reflexhafte Motive keine guten Ratgeber sind und haben SUV Verboten bereits eine Absage erteilt.
Na ja, ist ja nicht so daß von dort nicht unausgegorene Vorschläge zum Thema Mieten kommen würden die auch nicht weiter als populistische Schnellschüsse für die Klientel sind. Ist natürlich auch ein ernstes Problem, läßt aber eben auch nicht mal so mit Parolen lösen. Und letztlich ebenfalls eine Folge der Überfüllung der Großstädte, die den Verkehrsinfarkt verursacht. Aber anderes Thema ...
Wenn man das Thema mal halbwegs wissenschaftlich angehen würde, käme vielleicht tatsächlich heraus, dass bei SUV mehrheitlich an genau diese "ganz Großen" gedacht wird. Dann wäre ich ja auch noch mit dabei, dass es sich dabei wirklich nicht um ideale Stadtfahrzeuge handelt, wenn man zugleich auch noch Limousinen á la S-Klasse, 7er-BMW und diverse, große Sportwagen mit hinzunimmt.
Letztens noch einen Artikel zum neuen VW-Bulli gelesen, dort stand sinngemäß, daß sich da niemand drüber beschwert, obwohl die noch größer und schwerer sind als die meisten SUVs, sind halt gesellschaftlich akzeptiert. Wenn ich 7 Mann in einen VW-Bus quetsche ist das toll, quetsche ich die gleiche Anzahl Leute in einen entsprechend großen SUV ist das böse, auch wenn der dann ggf. weniger verbraucht.