Beiträge von The Black Indian

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Feiertag?

    Sorry Chief....Aber hier haben Politiker Projektmanagement gespielt. Um bei uns solche Projekte stämmen zu dürfen muss man ein langwierige PM Ausbildung und Erfahrung haben. In UK gibt es für sowas ein Commercial PM Organisation die den Politikern beistehen bzw. für den Staat Projekte abwickelt. Aber weiter sollten wir den Berlin-GAU nicht diskutieren.

    Natürlich hat das System versagt, es hätte die Mitarbeiter ertüchtigen sollen über ihr Tun nachzudenken und gegebenenfalls Einspruch zu erheben. Aber das ist nicht das generelle Problem von QM-Systemen. Selbst wenn der Mitarbeiter keinen Strengen Prozessablauf unterliegt, hätte er nichts machen können da er dazu nicht in der Lage ist (denke mal nur angelernter MA ohne spezifische Werkstoffkunde-Kenntnisse). Das menschliche Problem liegt im Design und der Entwicklung. Dort wurde gepennt. Es hätte aber während der Entwicklung durch eine Risikobewertung entsprechend kritisch hinterfragen müssen. dieser
    Was wir noch gar nicht bedacht haben ist der Kulturkreis in dem wir uns bewegen. Wenn das Teil in Indien produziert oder montiert wird und das durch einen Wekstoffkunde-Student, der in der Montage arbeitet um sich das Studium zu verdienen (niedrige Kaste), würde dieser nie im Leben einen Vorschlag zu Verbesserung machen da der dumme!!! Vorarbeiter eine Kaste über Ihm steht. In den USA habe ich vergleichbares erlebt. In vielen Bereichen ist Mitsprache nicht erwünscht. Das kann auch ein QM-System nicht ändern.

    Ha, jetzt wird es interessant. Deine Statements bzgl. selbständigem Denken hat nichts mit QM zu-tun. Auch das Zupflastern mit Dokumenten nicht. Dennoch habe auch ich einiges an Firmen diverser Industrien von innen gesehen. Auch habe ich sogenannte Fachkräfte (vom Facharbeiter bis zum Dipl. Ingenieur) kennengelernt wo ich mich echt selber fragen musste "was lernt Ihr so für einen Mist" oder manchmal auch "wie hat der die Prüfung geschafft". Am schlimmsten sind aber die bei denen ich mich frage "wie bekommt der nur die Schleife an seinen Schuhen zu" (wobei der Spruch teilweise bei allen Ausbildungsstufen vorkommt). Mag jetzt vielleicht arrogant klingen, ist aber Realität. Manchmal kann das mit einer Tagesverfassung (gestern Party) oder Motivation (wartet schon 10 Jahre auf die Beförderung) oder anderem zu tun haben. Doch im Rahmen eines Audits sieht man nur eine kleinen Ausschnitt aus dem Leben des Gegenübers.
    Mitarbeitern am Band oder in der Serienfertigung wird aber auch nicht mit Prozessbeschreibungen geholfen (übriges war ich mal in einem Betrieb dort hingen die Prozessbeschreibungen im Deutsch und English - die Arbeiter waren aber fast alles Portugiesen die weder das eine noch das andere verstanden ?( ). Viele Probleme können auch konstruktiv gelöst werden (da machen sich die Entwicklungsingenieure aber keine Gedanken rum) oder automatisiert werden. Interessant sind auch die Arbeitsplätze: Wie ist er organisiert, wo kommen die Teile her, wo liegt das Werkzeug, wie ist die Haltung des MA.


    Einfaches Beispiel: ein MA baut eine kleine Pumpe aus 10 Teilen zusammen. 10% der von Ihm gebauten Pumpen waren fehlerhaft. Nach eingehender Untersuchung wurde festgestellt, dass 2 O-Ringe vertauscht wurden. Nun würde man am besten den MA herbei zitieren, einen Anschiss durchführen (damit das ja nicht mehr vorkommt) und sich selber auf die Schulter klopfen. In Im QM sind alle glücklich??? Ne, im nächsten Monat das gleiche Problem. Als ich den Arbeitsplatz des MA gesehen habe bin ich fast hinten rüber gefallen. Die Kisten mit den Bauteilen waren so angeordnet, dass der Mitarbeiter kreuz und quer schauen und greifen musste. Hätte ich den Job nur ein Tag gemacht hätte ich wahrscheinlich ein Schleudertrauma bekommen. Die O-Ringe waren nicht unterschiedlich gekennzeichnet und lagen direkt nebeneinander, selbst wenn das alles gepasst hätte, war ja da noch ein Kollege welcher die neuen O-Ringe brachte (und nicht schaute welche er in welche Box schüttet - schließlich sahen ja beide gleich aus). Pro Schicht musste eine bestimmte Anzahl produziert werden - was dem MA auch irgendwie gelang aber zum Schichtende mit Stress verbunden war. Letztendlich wurde der ganze Arbeitsbereich umorganisiert, das Material vernünftig gekennzeichnet und der Materialfluss neu organisiert, neuen Beleuchtung und anderer Pausenrhythmus kamen hinzu. So konnten die Fehlerhäufigkeit unter 0,01% gesenkt werden. Unternehmen und MA waren happy. Das ist für mich QM!!!


    Letztendlich dürfen wir uns nichts vormachen. In 95% aller Fehler hat ein Mensch seine Finger im Spiel. Selbst wenn ein Bauteil kaputt geht, hatte es doch ein Mensch konstruiert. Macht der Schweißroboter nur 2 Nähte statt 3, hatte ihn doch ein Mensch programmiert.
    Prozessbeschreibungen etc. helfen nur bedingt Fehler zu vermeiden. Man muss auf den MA eingehen. Motivation erhöhen - Selbststolz kreieren - MA Wertschätzen - Abwechslung bieten - Monotonie verhindern - ergonomischen Arbeitsplatz bereitstellen - permanent schulen - die Konsequenz des Handels zeigen (wenn die hier Mist machst kommt da nur Schrott an und kostet mehr zeit für Nachbearbeitung...)... Und selbst wenn der MA den Himmel auf Erden hat, alles passt und alle Voraussetzungen erfüllt sind kann es immer noch passieren das ein Fehler passiert. Denn wir sind schließlich Menschen :thumbup: ... und das ist gut so.

    Wir waren zu 5 und sind im Kadett C in Urlaub gefahren. Gurte hinten - Fehlanzeige. Kopfstützen - Fehlanzeige. Kindersitze - Fehlanzeige. Alles auf das Dach und ab die Post. Kinderwagen und Kindersitze gleichen heute schon fast einer Festung.
    Dennoch habe ich aus heutiger Sicht lieber mehr Sicherheit als weniger. Da kann ich dann auch auf ein Paar Zentimeter verzichten. Als meine Tochter kam hatte ich nen 3er Compact (E36) da war es schon fast eine Tagesaufgabe das Baby (3Türer), den Kinderwagen und das ganze Zubehör zu verstauen. Da wäre mir der Renni bestimmt wie ein Kleintransporter vorgekommen.