Meine persönlichen Erfahrungen: ich habe mal "richtiges" Chip-Tuning (also Ändern der Kennlinien etc., nicht nur vortäuschen falscher Sensorwerte) vor etlichen Jahren bei einem Mercedes 220 CDI machen lassen. Ich mache so etwas nie wieder.
Ja, die Leistungssteigerung war auf dem Prüfstand meßbar (damals von 125 auf 143 PS, 300 auf 330 Nm). In der Praxis wollte ich mir natürlich einbilden, das auch zu merken, aber im Nachhinein betrachtet war das kaum ein Unterschied. Das habe ich dann bemerkt, als ich das nach einigen Jahren habe rückgängig machen lassen. Danach fühlte sich der Wagen nämlich auch nicht lahmer an.
Warum habe ich es wieder rückgängig machen lassen? Das Tuning war, wenn ich mich richtig erinnere, ca. 4 Jahre drin. In der Zeit hatte ich einen defekten Turbolader und einen Riß im Ventildeckel, der wiederum durch festbrennendes austretendes Öl 2 nicht mehr lösbare Injektoren und das wiederum einen notwendigen Austausch des Zylinderkopfes zur Folge hatte. Mercedes hat einiges aus Kulanz übernommen, aber es hat mich dennoch etliche Tausender gekostet. Ja, es könnte all das auch ohne Tuning auftreten, aber so gehäuft sicher nicht.
Ich denke, das Material ist einfach bei modernen Motoren immer zu knapp ausgelegt, als dass man es nennenswert überlasten sollte. Das heißt, man darf die Mehrbelastung quasi nie abrufen - also wozu dann.
Ich will das niemandem ausrede, aber mal meine Erfahrungen als abschreckendes Beispiel berichten ...