Zu meiner Schande muß ich hier gestehen, für mich war es keine Liebe auf den ersten Blick.
Als ich 2015, noch mit meiner Giulietta unterwegs, den ersten Jeep Renegade auf der Straße sah, dachte ich „Was ist das denn? “ (Bitte steinigt mich nicht
)
Es war ein LTD in Orange mit Stern auf der Haube, und ich fand ihn gar nicht schön.
Er stand dann öfters an meiner Pendlerstrecke geparkt, und je öfter ich ihn sah, desto mehr mochte ich ihn. (he grew on me… wie die Amis sagen)
Meine Giulietta 1,4Turbo 170PS in Etna Schwarz mit Rotem Leder und Panoramadach war im Sommer ein schönes Auto, aber ich hatte schon immer das Gefühl sie mag den Schnee gar nicht. Allein schon die etwas längere leichte Steigung in meiner Ausfahrt zu Straße machte ihr manchmal Probleme, und die Schneeverwehungen auf den ersten km der Nebenstraßen morgens um 5h30 wollte sie nur mit viel Anlauf und heftigem Protest nehmen. Ein Gefühlt von Sicherheit kam da bei mir nicht mehr auf. Dabei waren die letzen Winter nicht so schlimm wie mache zuvor in meinem 147 oder sogar in der Barchetta, die das beide meistens alles wesentlich souveräner meisterten.
Also dachte ich, auch wenn es eigentlich noch zu früh dafür war, es muß was neues her. Vielleicht diesmal ein 4x4? Mein FIAT/Alfa Händler hatte jetzt noch Hyundai zum Sortiment hinzugefügt. Nicht so mein Fall.
Ein anderer Händler in meiner Nähe hatte in seinem Sortiment Alfa durch Jeep ersetzt. Hab mich über das gesamte Sortiment bei Jeep informiert. Der Renegade kam immer mehr in die engere Wahl, weil er für mich und meine Bedürfnisse einfach zu passen schien. Nach einigen Besuchen hier im Forum und beim Händler sowie Testfahrt in einem Renegade Trailhawk war es dann im Ende März 2016 soweit.
Renegade Trailhawk bestellt, Lieferung am 17/09/2016.
Nach nunmehr etwa 11 Monaten und ca 22600 km, kann ich sagen ich habe meine Entscheidung für den Abtrünnigen nicht bereut.
Den ersten Winter hat er gut gemeistert, obschon ich die werkseitigen Allweather hatte, die waren ja noch neu. In Situationen in denen die Giulietta auf neuen Winterreifen Probleme machte, hat er nicht mal gehüstelt.
Wirklich Offroad habe ich ihn noch nicht bewegt, die Ausflüge auf Waldwegen hi und da würde ich nicht als Offroad bezeichnen. Offroadparks hier in der Gegend sind mir auch nicht direkt bekannt.
Jede Fahrt mit ihm macht mir Spaß und Freude, auch mit der Automatik habe ich keine Probleme, die schaltet in den kurvigen Steigungen hier in der Gegend sogar besser als die TCT im Alfa.
Nur das Navi wollte mich von Anfang an in die Pampa versetzen. Das hat man ihm aber mit einem Update bei der 1. Inspektion abgewöhnt.
In meinem Umfeld sind die Meinungen geteilt, manche mögen ihn, andere gar nicht.
Als Fazit kann ich sagen : Es muß nicht immer Liebe auf den ersten Blick sein, ich hab mich langsam, aber immer mehr in sein "aus der Masse heraus" Design verliebt und auch mit seinen Inneren Werten bin ich ganz zufrieden.
Ja, er mag nicht so groß, bequem und gut ausgestattet sein wie ein Indianer, von einem GC will ich da gar nicht mal reden.
Ja, er ist nicht so cool und legendär wie ein Wrangler Rubicon, und der herabschauende Blick des einen oder anderen Hardcore Wrangler-Fahrers geht mir am A... vorbei.
Er ist wie er ist, und so soll er auch sein.
Mein Abtrünniger und ich reiten hoffentlich noch viele Jahre in bester Italo-Western Manier zusammen in den Sonnenuntergang. 