@R1D1: grundsätzlich hast Du sicher Recht, wenn die Wahrheit vielleicht auch nicht so drastisch ist, wie Du beschrieben hast.
Der Nachteil an falschen politischen Entscheidungen ist, dass der Fehler sich nicht sofort zeigt, sondern verschleiert wird. Es ist nicht so wie bei den Ingenieuren, dass bei einer falschen Konstruktion etwas nicht funktioniert, oder die falsche Entscheidung sich (meist) sofort in Problemen im Betrieb manifestiert.
Deine Grundsatzbemerkung:
"Die vergleichsweise friedlichen Zeiten sind allerdings keine Folge irgendeines Binnenmarkt-Konstruktes "EU" oder "Europa", sondern begründen sich in erster Linie auf die "Kriegsunlust" nach den 2 desaströsen Weltkriegen wie kultur- und sozialwissenschaftlich tatsächlich auf Ratio, Identitätswechsel und steigendes Vertrauen in das "System"."
basiert auf einer Vermutung, sorry. Denn dafür gibt es keinen Beleg oder zwingenden Hinweis. Auch viele andere Feststellungen in Deinem Posting sind Vermutungen, weil sie einfach nicht belegbar sind. Auch wenn ich Dir in großen Zügen zustimme, ändert das nichts daran, dass dies Thesen sind.
Bedauerlicherweise ist heute ja alles "alternativlos". Das wird von Politkern gerne verwendet, wenn sie nicht diskutieren wollen, vermutlich weil es schwierig wird, diese Alternativlosigkeit zu belegen. Alleine das Wort "Alternative" ist schon nur gerechtfertigt, wenn es auch (genau) eine andere Möglichkeit gibt, und die gibt es immer. So wie es nichts rein schlechtes gibt. Auch das schlechte (was ja nur in einem Kontext schlecht sein kann, also z.B. schlecht für die Gesundheit) hat auch immer was gutes (ebenfalls in einem Kontext).
Und jetzt haben wir auch den Bogen zu Trump geschlagen, denn auch dieser Herr hat nicht nur schlechtes, sondern auch gutes bewirkt. Alleine schon, dass er der frömmigen Konsensgesellschaft mal den Stinkefinger zeigt und zur Diskussion und zum Nachdenken anregt und teilweise zwingt, hat etwas gutes an sich. Denn nur durch alternativlose Wahrheiten kommen wir nicht zum bestmöglichen Ergebnis. Nur das Abwägen von vielen einzelnen Vor- und Nachteilen führt zu einem vernünftigen Ergebnis.
Als Beispiel: wenn Deutschland das gesamte BIP für die CO²-Reduktion einsetzen würde und damit tatsächlich das gesetzte Ziel von 40% Reduktion erreichen würde, könnten wir damit das globale Ziel von max. 2° Steigerung nicht erreichen, würden damit aber die Bevölkerung Deutschlands unglaublich stark belasten. Wo ist da der Sinn?
Aber das war ja schon wieder zu viel Text. Schuldigung 