Wenn man mal die künstliche Verteuerung der Wrangler in Deutschland seit Jahresbeginn dazu rechnet, sind vir bei deutlich mehr als 13%.
Das ist, wenn auch ärgerlich, leider nichts Markenspezifisches oder Besonderes wenn es um Preise diesseits und jenseits des Atlantiks geht. Klar ist es ärgerlich, wenn wir hier immer zwischen 20 und 40 % mehr bezahlen als die Fahrzeuge auf der anderen Seite des Atlantiks ausstattungsbereinigt kosten, aber das lassen wir uns ja seit einigen Jahrzehnten gefallen.
Wie sich die Preise des Wrangler entwickeln werden und welche Verkaufsaktionen es geben wird, schaue ich mir mal an - und das nicht gerade in den ersten Monaten, wo für das neue Fahrzeug Listenpreise gezahlt werden.
Ich bin auch der Meinung, dass man die Preise nicht alleine bezogen auf das Vorgängermodell sehen darf, welches ja auch sehr lange gebaut wurde und in dieser Zeit schon etliche Preisentwicklungen mitgemacht hatte. Bitte nicht falsch verstehen: Der JK ist ein tolles Auto, kriegt den Spagat zwischen extremer Geländegängigkeit und brauchbarer Straßentauglichkeit aber nicht so gut hin, wie der JL. Ob da das Käufer-Klientel dasselbe sein wird wie beim JK... Anfangs wohl nicht zwingend, auf längere Sicht aber ist das wohl zu erwarten, denn wohin sollten JK-Besitzer, die irgendwann ein neues Fahrzeug benötigen, denn wechseln. Alternativen gibt es ja schließlich nicht allzu viele.
Wenn ich nach Ablauf einer Jahresfrist mal von einem (meinerseits als realistisch bewerteten) Preis um die 50.000 € ausgehe, bietet der Wrangler trotzdem noch eine Menge sehr guter, echter Hardware fürs Geld. Auch ist anzunehmen, dass die Dana-Achsen - wie schon bei den Vorgängermodellen - alles mitmachen, was man so einem Fahrzeug normalerweise abverlangt... und das ist mehr, als ich von vielen deutlich teureren Fahrzeugen behaupten kann. Man schaue sich auch mal an, für welche Mondpreise die letzten echten Landys über die Theke gegangen sind.
Zum Artikel sei noch gesagt, dass er für mich weiterhin "nett" und mit "schönen Bildern" erscheint. Dass der Autor offenbar kein besonderer Kenner der Materie ist, spielt dafür doch keine große Rolle. Etwas mehr ins Detail geht da der Artikel zum JL in der aktuellen Off-Road - auch mit durchaus anerkennendem und positivem Grundtenor.
Übrigens: selbst eingefleischte Jeeper sagten, dass man schon etwas näher an den Neuen herangehen muss, um die (äußeren) Unterschiede halbwegs im Detail sehen zu können - wie muss das dann für jemanden sein, der normalerweise Tuareqs, X5 oder Volvos etc. miteinander vergleicht. Ich empfinde es als sehr positiv, dass man es geschafft hat, die Jeep-Ikone optisch so "vorsichtig" weiter zu entwickeln.
Es ist halt jedes Mal wieder schwierig, wenn eine Ikone entthront wird - wie hier jetzt der JK. Das ist aber der Lauf der Dinge! Zudem sollten wir nicht vergessen, dass die Willys, CJs und J.s bei richtiger Pflege ewig halten und trotz Neuauflage immer ihren Platz in der aktiven Automobilgeschichte erhalten haben.
A real Jeep never dies!
Gruß Pete