Was mir bei einigen Themen hier im Forum aber aufgefallen ist, sind doch einige (extreme) Kurzstreckenfahrer/Innen unter den Dieselinskis. Da stösst der Diesel schnell an Grenzen, die sich mit einem anderen Konzept besser überwinden lassen.
In der Theorie mag das auch stimmen, in der Praxis kann ich das aber nicht bestätigen. Ich bin ja auch ein extremer Kurzstreckenjunky, der aber fast täglich zwischendurch immer mal ein paar Kilometer mehr zu fahren hat. Seit 2000 fahre ich Diesel und hatte bisher noch nie Probleme damit, mit Ausnahme des GM-Getriebes meines ersten X5. Dieser Schaden hatte aber nix mit Kurzstrecken zu tun, das war - trotz Leugnung von BMW - quasi systemimmanent. Mit dem Facelift hat man dann schnell auf auf den bekannten deutschen Getriebeautomatenhersteller gewechselt. Ein Schelm ...
Und obwohl ich mit dem Diesel-Jeep auch nur eine Jahresleistung von ca. 10.000 km habe, werde ich auch weiter Diesel fahren. Ich ärgere mich lieber einmal im Jahr, wenn der Steuerbescheid kommt, als jedesmal beim tanken. Da kann ich mir leider das Grinsen nicht verkneifen, wenn die Benziner ihre großen Tanks mit der teueren Super-Plörre füllen. Nö, da habe ich (außer bei unserem TT) keine Lust mehr drauf. Und beim Neupreis spielte es beim Cherokee ja auch keine Rolle, da der einzige Benziner im Trailhawk ebenso teuer ist. Er hat zwar mehr PS und 6 Zylinder, dafür ist er bei 180 abgeregelt, was mir zu spaßhemmend wäre, da ich es auf der Bahn gerne auch mal flott mag.
Wenn ich eher ein geländeaffiner Mensch wäre, würde ich das sicherlich anders beurteilen. Wir haben uns aber bewusst einen SUV mit hohem Langstrecken- und Autobahnkomfort gekauft und keinen mehr oder weniger Geländewagen.
Kurzum: trotz der allgemeinen Diskussion um den Diesel (die man ja auch schon über die political correctness der SUVs im allgemeinen geführt hat) bin ich mit unserer Entscheidung nach wie vor sehr zufrieden und sehe und fühle keinerlei Veränderungsbedarf - außer dass ich auch den 2.2 l mit 200 PS gerne hätte.
Aber was nicht ist ...
Im Übrigen denke ich, dass sich nicht nur die alten Vorurteile, dass ein Diesel lahm, laut (auch innen) und robust ist ebenso überholt haben, wie die Tatsache, dass er nicht für Kurzstrecken geeignet ist oder im Winter nicht schnell warm wird. Durch die Turbotechnik, verbesserte Kraftstoffe, Zuheizer, Dämmung usw. hat sich auch hier viel getan in den letzten Jahren. Nicht nur zum Nachteil des Diesels.