@smokeybear, @R1D1
der Jeep ist für mich kein Vernunftkauf - nie gewesen und wird er auch nie sein! Er ist ein Emotionskauf und er hat auch mit dem Problem nichts zu tun. ich bin über 400000 km ohne weitere Schwierigkeiten gefahren.
Ich weiß, was du meinst. Nach 400K Kilometer ist das auch mehr als verschmerzbar. Allgemein betrachtet ist es aber dasselbe, wenn dich deine Frau betrügt: Nach 20 Jahren Ehe kann man (entspr. Persönlichkeit vorausgesetzt) die Sache verzeihen und einen Konsens finden. Wenn das innerhalb der ersten 3 Jahre aber mehrmals passiert und man darüber nicht sonderlich begeistert ist, ist es wohl angebracht, Konsequenzen zu ziehen. Emotion hin oder her, sollte doch alles in einer gewissen Balance hängen und alle Seiten als gleichwertige Partner auf Augenhöhe existieren (neben der ehrlichen Entschuldigung des Fremdgängers.) 
Vielleicht versteh ich das mit der Emotion auch nicht so recht. Ernsthaft.
Ich mach ab und zu Erledigungen für ein paar Senioren, um mein schlechtes Sozialverhalten zu kompensieren und mein Gewissen zu beruhigen. Kürzlich hab ich ne alte Dame zum Augenarzt gebracht (die alten Vögel haben je echt dauernd irgendwas) und da war irgendeiner von der weiten Verwandschaft da.
Wir kamen ins Gespräch, weil er es irgendwie belustigend fand, daß ich die Dame mit einem sehr leistungsstarken Zweisitzer abholte. Ich hab nur gesagt: Der Jeep ist nicht einsatzfähig (*schnauf*) und die Senioren haben einen Heidenspaß mit dem Ding. Warum also nicht? Ich weiß nicht, ob er neidisch war oder Interesse hatte, ich kann sowas schwer einschätzen. Egal.
Kam dann heraus, daß er schon immer Mercedes fährt. Hat ihn mir um die Ecke gleich gezeigt. Ich hab dann gesagt, wie meine Frau es mir eingetrichtert hat (für die, die's nicht wissen: Ich hab so meine Probleme, Asperger-Autist-Spektrum, im weitesten Sinn): Toller Wagen, gefällt mir sehr gut! Habe aber den Fehler gemacht, mit der Frage nach der Zufriedenheit abzuschließen: Jetzt erzählt mir der Knabe 10 Minuten lang, wie viele Probleme er mit dem letzten hatte und auch mit diesem Modell schien er nicht 100% zufrieden. Ich wollte eigentlich nur noch weg, wollte aber nicht unhöflich sein, bis mir der Kragen platzte und ich sagte, daß ich nicht verstehe, warum er seit Jahren dann schlicht und ergreifend einen rechten Scheißdreck fährt und dies noch zu rechtfertigen versucht und zur Krönung erneut einen kauft. Er war dann angefressen und faselte auch was von Emotion und daß er sich mit Mercedes halt identifizieren kann und so schlimm sei es auch nicht, etc... Ich hab ihm dann natürlich erklärt, was kognitive Dissonanz ist, der Backfireeffekt und so weiter, hat uns aber auch nicht wirklich voran gebracht.
Wo ist da der Wert der Emotion? Heißt das, es gibt nur diese eine Marke, die genau diese Emotion auslöst. Nichts anderes? Und alle nicht erfüllten Erwartungen und Negativseiten sind so weit unterzuordnen, daß man erst gar nicht versucht auf ein anderes Produkt oder eine andere Verhaltensweise zu wechseln?
Jedes Verhalten in diesem Sinn, jede Entscheidungsfindung ist doch immer einem gewissen Ziel untergeordnet. Negative Erfahrungen verhindern dieses Ziel (beim Auto bspw. wenn es Ärger macht, viel mehr Sprit verbraucht oder den Frauen nicht zusagt). Spätestens beim nächsten Wagen ist die Emotion doch dann höchstens noch Affekt und man handelt wider seiner Erfahrungen und besserem Wissen. Mit der Summe der Erfahrungen ändert sich doch auch die Emotion? Ich mein das nicht bös, aber ich würde mir dann lieber ein Fahrrad kaufen oder zu Fuß gehen.
Ich versteh's ums Verrecken nicht.
Bleibt als Theorie festzuhalten: Mercedes taugt nicht sonderlich.
@Toy4ever:
ich stimme dir zu. Für FCA / Jeep ist Deutschland ein Nieschenmarkt und die werden die 3 Abgänge und 2 Zugänge im Jahr gar nicht merken. Daher bringt der Protest "Nicht-Käufe" nichts.
Das Problem ist nur wir Deutschen sind zu träge und leise wenn wir protestieren.
Klar. Die Macht steht und fällt mit einer kritischen Masse, wie bei jeder Wahl halt auch. Genau das ist das Problem, oder manchmal auch nicht bzw. gibt es Ausnahmen, was eigentlich auch wieder schlecht ist: Z.B. Wenn dein Schulfreund (im Prinzip) Herr über einen der größten Fuhrparks Europas ist. Da genügt im Zweifelsfall ein Anruf beim Leiter Fuhrpark in XYZ, der sich dann wiederum kurz kümmert und die Diskussion mit Händler 0815 ist für alle Zeiten beendet. Zusätzlich bekommt man den nächsten Wagen mit 55% Rabatt, um den Fehler wieder gut zu machen. Kein Blödsinn, genau so passiert. Ich bekomme heute noch Geburtstagsbriefe und Weihnachtsüwnsche, obwohl das lange her ist.