Ich möchte noch einmal den Anlass des Thread-Erstellers aufgreifen und die Vorbehalte bezüglich der gebotenen Qualität auch nach meiner Wahrnehmung bestätigen. Die Verarbeitungsschwächen und Schnitzer bei Konstruktion und Material wären aus meiner Sicht gut verzeihlich, wenn der Wagen auch tatsächlich dementsprechend platziert und bepreist würde. Ich fahre JKU und NUTZE diesen als Nutzfahrzeug, dh. Hänger, Wald, Holz, Untersetzung. Der Wagen muss etwas aushalten und das tut er auch. Der ewige Rivale LR Defender ist noch stabiler und robuster aber weniger komfortabel und deswegen ist der JK der perfekte Kompromiss für meine Zwecke. Dass der JK (und auch JL) nicht auf Augenhöhe mit den SUV ist, ist doch wirklich allen klar und das will auch ja auch keiner behaupten.
Den JKU Sport habe ich neu inkl. Hardtop, großem UConnect Navi und AHK für etwa 35.000 Euro erstanden. Den Rubicon JKU hätte ich damals für 42.000 Euro haben können. Ich sehe die vielen neuen Gimmicks beim JLU und auch das Mehr an Technik, deswegen bin ich gerne bereit einen entsprechenden Aufpreis zum JKU zu bezahlen. Die rund 15.000 Euro Aufpreis wecken aber trotzdem Erwartungen. Und die erfüllt der Wagen nicht. 50.000 Euro sind meine Schmerzgrenze, die ich für ein vergleichsweise grobschlächtiges Nutzfahrzeug ausgeben will.
Ehrlich: FCA schlachtet die Möglichkeit aus, ein Fahrzeug wie den JLU als Lifestyle Vehikel zu positionieren. Riesen Print Kamagnen zum JLU in Wirtschaftswoche, Focus und großen Magazinen. Hauptzielgruppe ist eben nicht mehr der Nutzfahrzeug-Interessent, sondern der Instagrammer, der im Wrangler ein Accessoire sieht. Vorbild für alle Hersteller ist da wohl das G-Klasse Märchen von MB. Was für ein kompetenter Offroader mit rustikaler/robuster Technik, der in 90% der Fälle zum Boulevard-Posing genutzt wird. Selbst die reduzierten Nutzfahrzeug-Varianten der G-Klasse liegen ja über 80.000 Euro. Mit Sicherheit und Abstand eines der margenstärksten Fahrzeuge im MB-Angebot. FCA hat ganz klar die Maßgabe rausgegeben Marge zu erhöhen. Alfa, Maserati und Jeep sind die Marken, mit denen die Kunden gemolken werden können. Das Geld sitzt einfach sehr sehr locker bei den Kunden. FCA sollte mit der Bepreisung des JKU vom Kunden trotzdem eine Klatsche bekommen, so dass wir wie beim GC Rabatte von mindestens 20-25% in Zukunft sehen bzw. viel Spielraum für den Händler dem Kunden entgegenzukommen. Leider fehlt die Konkurrenz und wenn ich mir die Strategie von Land Rover anschaue, wird auch der neue Defender hochpreisig angesetzt, um Marge zu holen. Die pushen sich also gegenseitig bei den Preisexzessen (kürzlich einen Evoque für 79.000 Euro bepreist gesehen).
Ich setze ein Stück weit auf den kommenden Ford Bronco, der offiziell nach EU kommen soll, ein Leiterrahmen-Offroader wird und auch mit 3.5 V6 Benziner sowie Diesel kommen soll. Ford sieht sich als bodenständig und die Preise inkl. Werkstatt sind geerdet.