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Fahrrad - künftig nur noch mit Helm !!!

    • Fahrrad - künftig nur noch mit Helm !!!

      Liebe Freunde der New-Jeep,

      da ich jetzt eine Woche außer Gefecht gesetzt bin, will ich die Zeit nutzen, Euch an einer Erfahrung teilhaben zu lassen, auf die man(n) gut und gerne verzichten kann.

      Bekanntlich bin ja passionierter Motorradfahrer. Schon in meiner frühestens Jugend fing ich mit Mofa über Mokick und Moped bis hin zum großen Motorradführersschein (damals war das noch der "Einser") an, Zweiräder zu lieben, die ohne Muskelkraft fuhren. Spätestens seit dem Mofa (ich glaube, ich war damals 14 oder 15) fahre ich nur noch Fahrrad, wenn es sein muss. Jetzt begab es sich, dass ich aus beruflichen Gründen mit unserem Landrat 32 km radeln musste. Eine Verpflichtung, der ich mich ohne Gesichtsverlust nicht entziehen konnte.
      Jetzt rauche ((besser dampfe) ich seit fast 3 Jahren nur noch elektrisch und habe auch seit April gezielt fast 12 kg abgenommen. Was lag da näher, als mein Fahrrad wieder fit zu machen und ein leichtes Training zu beginnen, um sich auch sportlich wieder mal etwas zu betätigen und für die Tour mit dem Landrat (und, wie wir jetzt wissen ca. 75 Mitfahrer/innen) fit zu machen. Gedacht, gesagt, getan. Am Mittwoch war es dann soweit und ich erwarb mir - als bekannter Bürohengst - höchste Anerkennung, weil ich prima mithalten konnte. 32 km ohne jegliche Probleme.
      Das hatten meine (zum Teil sehr sportlichen) Mitarbeiter/innen nicht erwartet, die mir Pavian ähnliche Probleme prophezeit hatten und alle beim Tourstart am Rathaus zugeschaut haben.
      Dank Training und Gel-Sattel hatte sich nichts dergleichen eingestellt und ich fühlte mich so gut und fit, dass ich am darauffolgenden Tag (vergangenen Donnerstag) anstatt wie ursprünglich geplant mit dem Motorrad zur Arbeit zu fahren, wieder das Fahrrad genommen habe. Natürlich auch als sichtbaren Beweis für meine Mitarbeiter/innen, was ich doch für ein "Held" bin.

      Ich muss an dieser Stelle einfügen, dass im am Tag zuvor, bei der (für mich) großen Tour mehrfach gefragt wurde, weshalb ich keinen Helm tragen würde. Meine Antwort war immer die gleiche: weil ich ihn nicht tragen muss (lt. Gesetz) und mir im Gegensatz zum Motorrad hier die Freiheit nehmen kann, darauf zu verzichten.
      Im Verlaufe dieser Tour gab es allerdings eine Situation (steile Abfahrt auf einem geschotterten Waldweg), wo mir echt die Düse ging und ich ständig vorsichtig an den Bremsen ziehen musste. Diese Situation war so haarig und beeindruckend, dass ich anschließend meiner Frau gesagt habe, dass ich mir einen Helm zulegen würde, wenn ich solche Touren öfter zu fahren hätte.

      Naja, am darauffolgenden Tag wollte ich ja nur die 1,5 km ins Büro radeln. Alles nahezu eben und eine gesunde Mischung aus Straße und wassergebundenem Radweg an unserem Flüsschen entlang. Eigentlich eine schöne Strecke.
      Noch auf der Bundesstraße befindlich wollte ich links auf den Radweg abbiegen. Wegen einem kleinen alten Traktor hinter mir fuhr ich etwas flotter als sonst, vielleicht so 30-35 km/h.
      Vorschriftsmäßig schaue ich nach hinten, halte den linken Arm raus - und komme dabei rechts in den Rinnstein und gegen den Bordstein.
      Mache den Abflug und lande mit dem Kopf - die Nase voran - an einem Mast der Straßenbeleuchtung.
      Der Rest ist schnell erzählt. Nette Menschen, sofortige Hilfe, aus dem Gesicht geblutet wie ein Schwein. Rettungswagen, Krankenhaus, halb abgerissene Nase wieder angenäht, 7 cm Narbe an der Stirn (vermutlich von meiner Sonnenbrille) ebenfalls genäht, Nasenbein im Eimer mit Absplitterung, 24 Stunden zur Beobachtung im KH und gestern - nach der Entlassung eine Odysee bis ich aus dem KH raus war, beim HNO vorstellig wurde und danach noch an die Uni-Klinik nach Frankfurt geschickt wurde.
      Jetzt sitze ich hier daheim, bin eine Woche krank geschrieben, muss am Montag zur Wundkontrolle ins KH, am Dienstag zur Nasenbeinkontrolle an die Uni und am Mittwoch zum Fäden ziehen wieder ins KH, was sich ca. 15 km von meinem Wohn- und Arbeitsort enfernt befindet.

      Donnerstag werde ich so langsam wieder arbeiten gehen, habe ich zumindest vor, obwohl ich noch bis einschl. Freitag krankgeschrieben bin.
      Obgleich alle Ärzte bestätigt haben, dass ein Helm die eingetretenen Verletzungen auch NICHT verhindert hätte, habe ich dabei eins gelernt: Wie schnell alles aus und vorbei sein kann.
      Ich fühle mich zur Zeit (selbst jetzt, wo ich aussehe als ob ich unter einen Bus gekommen wäre) wirklich gut. Vom Rauchen (zumindest brennenden Tabak) weg, schön abgenommen, wieder leicht sportlich aktiv. Alles gut. Kommende Woche habe ich Geburtstag und Anfang Oktober fahre ich mit meiner Frau (und dem Jeep natürlich) zum Wellnessen ins Bayerische. Das Leben ist schön.

      Aber, so blöd es klingt, wenn der Lichtmast nicht da gestanden hätte, hätte es aus einer ganz blöden, unnützen, unvorhersehbaren und überflüssigen Situation heraus ganz schnell vorbei sein können. Ich sehe mich noch fliegen und spüre den Schmerz als ich mit der Nase den Mast geküsst habe. In diesem Moment dachte ich, jetzt ist es aus.
      Sämtliche Gräten gebrochen, den Schädel und das Genick dazu.
      Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist. Dass ich nahezu schmerzfrei und bei klarem Bewusstsein hier sitze und das schreibe, auch wenn ich als Kinderschreck jeden Geburtstag sprengen könnte. Frankenstein lässt grüßen.

      Die Erkenntnis hieraus ist, auch im Alltagstrott daran zu denken, wie kostbar das Leben ist und wie leichtfertig wir manchmal damit umgehen.
      Auch wenn mir ein Helm (bei diesem konkreten Unfall) nichts genutzt hätte, aber hinter diesem Mast befanden sich Einfriedigungen mit Mauern, Zäunen usw. und wer weiß was passiert wäre, wenn ich nicht ausgerechnet gegen diesen runden Mast gedotzt wäre? Ich kaufe mir jetzt einen Fahrradhelm, schnalle mich immer im Auto an - naja, und auf dem Motorrad werde ich künftig noch vorsichtiger agieren, als ich dies bisher auch schon getan habe (vor allem nach meinem Unfall mit Schlüsselbeinbruch im vergangenen Jahr). Auch daraus hatte ich meine Lehren gezogen, aber leider (noch) nicht für das Fahrradfahren.

      Also, passt auf Euch auf - und unterschätzt niemals bestimmte Tätigkeiten und/oder Situationen.
      Mein Vater, ein Weltkriegspilot, hat immer gesagt: Lieber 5 Minuten feige, als ein Leben lang tot.
      Wie Recht er hatte.

      In diesem Sinne wünsche ich Euch allzeit unfallfreie Fahrt, egal mit was Ihr unterwegs seid.

      Grüße und ein schönes Wochenende
      Euer Chief
      2015er Cherokee Limited, Vollausstattung, PRIVAT VERKAUFT am 7.11.2021!
      Ich war immer top-zufrieden mit unserem Indianer und bin ausschließlich aus Vernunftsgründen (extrem viele Kurzstrecken) auf ein 4-WD-E-Mobil umgestiegen, zumal ich nur Euro V hatte und nicht mehr in jede größere Stadt fahren durfte.

      Unser Neuer: Škoda Enyaq iV 80x Sportline (Voll-Elektrisch mit 4WD, 265 PS)
      Wallbox 11 kW von Elvi (NL), gespeist von einer eigenen PV-Anlage mit 10 kWp

      Mein Cherokee: 2015er Cherokee Limited, granite-crystal, 170 PS Diesel, 9-Gang-Automatik, AD I, Navi-& Soundpaket, Fahrassistenz- und Winterpaket., Nappaleder in schwarz

    • Hallo Chief,

      Was machst du für Sachen?? Das ist ja dann noch einigermaßen gut für dich ausgegangen. Ich habe mich schon gewundert, warum man die letzten Tage relativ wenig von dir gehört hat. Bleibt mir nur dir gute Besserung zu wünschen halt die Ohren steif.

      Viele Grüße, Toy
    • Danke Toy,
      ja, so kurz nach dem Sturz und den Näharbeiten war mir noch nicht so nach Schreiben, obwohl meine Frau mir das iPad ins KH gebracht hatte. Und gestern waren wir den ganzen Tag in Sachen Nasenbein unterwegs. Aber ich bin noch da und es geht aufwärts. Jetzt habe ich unseren Indianer auch einmal von der Beifahrrseite her kennengelernt.

      Viele Grüße

      Chief
      2015er Cherokee Limited, Vollausstattung, PRIVAT VERKAUFT am 7.11.2021!
      Ich war immer top-zufrieden mit unserem Indianer und bin ausschließlich aus Vernunftsgründen (extrem viele Kurzstrecken) auf ein 4-WD-E-Mobil umgestiegen, zumal ich nur Euro V hatte und nicht mehr in jede größere Stadt fahren durfte.

      Unser Neuer: Škoda Enyaq iV 80x Sportline (Voll-Elektrisch mit 4WD, 265 PS)
      Wallbox 11 kW von Elvi (NL), gespeist von einer eigenen PV-Anlage mit 10 kWp

      Mein Cherokee: 2015er Cherokee Limited, granite-crystal, 170 PS Diesel, 9-Gang-Automatik, AD I, Navi-& Soundpaket, Fahrassistenz- und Winterpaket., Nappaleder in schwarz

    • Hallo chief,

      das ist ja eine Horror-Story. Ich hoffe, die Jungs haben Dich so gut zusammengeflickt, dass alles wieder wie vorher wird, gute Besserung von mir!

      Ich kann verstehen, dass man nach so etwas vorsichtiger wird. Ich selbst habe z.B. nach einem heftigen Unfall mit einem großen Winkelschleifer, auch Flex genannt, so ein Gerät nie wieder angefasst. Allerdings muss man auch vorsichtig sein, die Vorsicht nicht zu übertreiben. Vorsicht ist ein guter, Angst ein schlechter Ratgeber.

      In diesem Sinne weiter gute Genesung!

      Peter
      (der sehr selten, aber immer ohne Helm Fahrrad fährt)
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      Mein Cherokee: Jeep Cherokee Trailhawk 2014 mango tango mit allen Extras Spurverbreiterung H&R 40mm vorn, 60mm hinten BF Goodrich All Terrain T/A KO2 245/70R17 Gobi Roof Rack mit Rigid Industries LED Scheinwerfern und Switch Pro SP8100 zur Ansteuerung Gaspedaltuning